Qualität und Zufriedenheit

Jeder, der sich als Autor bezeichnet und Werke mit dem Ziel schreibt, sie zu veröffentlichen, kommt irgendwann an diesen Punkt. Man fragt sich, ob das Ergebnis seiner Bemühungen gut genug ist, um veröffentlicht zu werden. Natürlich hört man immer wieder, dass bei der Menge an Müll, der heutzutage veröffentlicht wird, keiner ein schlechtes Gefühl haben muss. Das wirft allerdings die Frage auf, ob man selbst zu jenen gehören könnte, die diesen „Müll“ schreiben.

Als ich mich entschlossen habe, nach dem Ende meiner beiden Erstlinge weiterzumachen, hat sich mein Mindset verändert. Ich dachte, ich muss es diesmal richtig angehen und es perfekt machen. Inzwischen frage ich mich aber, was „Perfekt“ bedeutet. Ist ein perfektes Werk eines, das von den Massen gelobt und in hoher Stückzahl verkauft wird? Oder ist das richtige Wort dafür eher „Massentauglich“? Viele Faktoren, wie das richtige Cover, Lektorat, Korrektorat, Verlagsangebote und dergleichen gelten für die meisten Autoren als der Goldstandard.

Je mehr man jedoch an seinem ursprünglichen Text ändert, Wendungen einfügt, die man nicht vorgesehen hat, Dinge entfernt, die man als wichtig erachtet, desto mehr geht mir als Schöpfer verloren. Man riskiert, den Spaß am Erzählen gegen akkurate Verarbeitung und Massentauglichkeit einzutauschen. Ich sage nicht, dass Weiterbildung der Schreibfähigkeiten oder Lektorate nicht sinnvoll sind, aber sie sind manchmal auch ein Blickwinkel, den man nicht braucht. Ich selbst schreibe meine Geschichten, weil ich sie liebe und mich an ihnen erfreue. Wenn sie mir gefallen, gibt es garantiert auch andere, die das ebenso sehen. Und genau für diese Menschen ist meine Geschichte gedacht.

Wenn ich ein Buch veröffentliche, dann würde ich mir natürlich über Geld und Ansehen freuen, aber in erster Linie tue ich es für mich selbst. Ich bin von meiner Geschichte überzeugt und möchte sie mit der Welt teilen. Ebenso halte ich es mit dem Cover. Viele wählen es so, dass es den Massengeschmack trifft. Ich kann aber kein Buch stolz präsentieren und vertreten, von dem ich nicht selbst überzeugt bin. Also wähle ich ein Covermotiv, das in erster Linie mir selbst gefällt.

Vielleicht ist diese Sichtweise aus der Sicht von Experten und Verlagen falsch, oder man betrachtet es als Unfähigkeit, sich den Kritiken anderer zu stellen oder sich dem gängigen Vorgehen zu unterwerfen. Für mich ist es jedoch wichtig, jemandem mein Werk zeigen zu können und mich dabei gut zu fühlen, anstatt daran denken zu müssen, welche tollen Inhalte ich aus wirtschaftlichen Gründen nicht verwendet habe.

Die rationale und realistische Wahrscheinlichkeit, in der heutigen Zeit mit einem Buch wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ist nicht gerade hoch. Das gilt besonders für Deutschland. Daher ist es mir am Wichtigsten, dass ich meine Geschichten so in die Welt entlasse, wie ich sie wirklich erzählen möchte. Wenn mir dann jemand ein positives Feedback gibt, kann ich mich auch wirklich darüber freuen. Es ist eine Frage der Selbstverwirklichung. Meine Werke mögen machen gefallen und anderen nicht, aber wenn ich sie so veröffentliche, wie ich sie für mich selbst als perfekt empfinde, dann kann ich damit guten Gewissens leben.

Und hey, wer sagt, dass es nur einen idealen Weg gibt, um Leser zu begeistern?

Wie sehr lasst ihr euch von der Meinung anderer und dem typischen Vorgehen beeinflussen?

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